Wellness als Lebensgefühl, Wandern gehört dazu – Interview Teil 2

Bloggerin Tanja Klindworth im Gespräch über Wandern, Gesundheit und Wellness im Land des Hermann

In Teil 1 unseres Gesprächs erzählte die Bloggerin Tanja Klindworth von ihren Eindrücken und Erlebnissen auf dem Hermannsweg. Jetzt sprechen wir mit der Wellness-Bummlerin unter anderem darüber, was Wellness-Wandern für Sie ausmacht und wo Wanderer die schönsten Wellness-Routen finden.

Frau Klindworth, im Rahmen des Blogger-Monats der Top Trails of Germany sind Sie eine Etappe auf dem Hermannsweg gewandert. Was gibt es zwischen Externsteinen und Bad Driburg, das die Anforderungen des Wellness-Wanderns erfüllt?

Eine tolle Naturlandschaft. Denn eine tolle Naturlandschaft sorgt immer für Wellnessfeeling.

Und was fehlt dem Land des Hermann noch zur Wellness-Wander-Region?

Auf den ersten Blick würde ich sagen Top-Wellnesshotels – es gibt welche, aber einfach zu wenige, beziehungsweise sollte hier das Wellnessangebot auch wirklich entsprechend abgestimmt und abgerundet werden.

Was macht darüber hinaus Wandern für Sie zu Wellness-Wandern?

Wellness ist für mich grundsätzlich mehr als Massage und Sauna. Wellness ist ein Lebensgefühl. Dazu gehören Aktivitäten, kulinarischer Genuss und vieles mehr. Wandern passt da sehr gut rein.

Wellness-Bloggerin wandert im Teutoburger Wald

Wellness fängt also schon beim Wandern an, nicht erst im Hotel?

Ja, für mich ist es die Kombination. Wandern – als Naturerlebnis und Aktivität für Körper, Geist und Seele, und im Anschluss geht’s dann in ein Wellnesshotel mit Sauna und Massage – als i-Tüpfelchen. Hier zählt dann der Genussfaktor, sich bewusst verwöhnen (lassen).

Das Land des Hermann versteht sich als Wander- und Gesundheitsregion. Ist Wellness der Begriff, der beides verbindet?

Ich sage es mal so, es gibt im Land des Hermann Wellnessangebote, Wanderangebote und auch Gesundheitsangebote. Als Wellness-Region würde ich es aber noch nicht bezeichnen. Aktuell steht hier ganz klar der Gesundheitsfaktor im Vordergrund. Obwohl grundsätzlich das eine das andere natürlich nicht ausschließt.

Bis zu welchem Punkt ist es noch Wellness- und ab wann Gesundheitswandern?

Ich finde die Abgrenzung schwierig. In der Regel wandern die Leute ja, um sich wohl(er) zu fühlen. Der Gesundheitsfaktor ist natürlich nicht von der Hand zu weisen. Zum reinen Gesundheitsprodukt wird das Wandern dann sicherlich im Rahmen einer Kur oder einer Therapie bei psychischen Erkrankungen. Wobei selbst dann der Wellnessfaktor immer noch eine wichtige Rolle spielt.

Was muss eine Region mitbringen, um Wellness/Gesundheits-Wander-Region zu sein?

Ganz klar, erst einmal Top Wanderwege mit einer gut ausgebauten Infrastruktur und guten Wanderservice-Angeboten für die Wandergäste. Eine Gesundheits-Region ist natürlich gekennzeichnet durch ein gutes medizinisches und gesundheitliches Angebot. Grundsätzlich sollte die Gesundheitsregion als solche zertifiziert sein. Das alles setzt auch ein gut ausgebildetes medizinisches Fachpersonal voraus. Um als Wellnessregion durchzugehen, gehören darüber hinaus gute Wellnessangebote dazu – von Anwendungen bis hin zu wirklich Top-Wellnesshotels/Thermen/Day Spas oder andere Oasen – im besten Fall auch hier zertifiziert. In zahlreichen Regionen ist beides bereits hervorragend miteinander verknüpft, sodass die Trennung der Begriffe sehr schwer wird.

Wie kann man Wellness-Wandern in den Alltag integrieren?

Ganz einfach. Man muss das Bewusstsein für solche Aktivitäten schärfen. Wandern ist ein Top-Sport, der fast immer, in jedem Alter und in fast jeder Region gut betrieben werden kann: mit der Familie, als Best Ager und mit geringen sportlichen Vorkenntnissen. Daher ist Wandern auch super in den Alltag integrierbar. Mein Tipp: Einfach drauf los – erst einmal mit kleinen Touren starten (und feststellen wie gut das tut), täglich vielleicht 30 Minuten als Spaziergang einplanen und sich dann steigern. Wichtig ist natürlich immer, die Begeisterung fürs Wandern zu entdecken – Schritt für Schritt.

Wander-Bloggerin genießt die Aussicht im Teutoburger Wald

Tipps der Wellness-Bloggerin.

Welche drei Dinge sind in jedem Wander-Rucksack unverzichtbar?

Eine Flasche Wasser, Blasenpflaster und Müsliriegel (Trockenobst oder auch einfach ein Stück Brot gehen auch)

Wo finden Wanderer die schönsten Wellness-Routen?

Hier mag ich mich nicht wirklich festlegen. Ich finde persönlich zum Beispiel auch Pilgerrouten immer ganz reizvoll. Viele Wanderwege sind auch einfach zu bestimmten Jahreszeiten ein echter Knaller – wie die Wanderwege in der Lüneburger Heide, nämlich dann, wenn die Heide blüht. Oder Wanderwege durch moorige Regionen dann, wenn die Wollgräser blühen.

Was sollte man unbedingt beachten, damit Wandern Wellness ist?

Ganz klar, wandern sollte gut tun. Es geht nicht um sportliche Höchstleistungen, sondern um bewusste Aktivität und Bewegung. Augen auf, für das, was links und rechts des Weges zu sehen ist. Der Weg ist das Ziel – also Schritt für Schritt das Ziel erreichen – ganz bewusst und vor allen Dingen ganz entspannt.

2017-05-18T21:17:33+00:00 10. November 2016|0 Comments